blockupy


                                  inhaltliche Stellungnahme

blockupy - ein Bündnis, das leider mit sehr vielen Vorurteilen und Bildern von brennenden Autos behaftet ist. Doch was ist die eigentliche Botschaft der Bewegung? Wieso versammeln sich jedes Jahr zehntausende Menschen und was genau wollen sie?

 

"blockupy" hat seinen Ursprung in New York, das Wort stammt von "occupy Wall street" ab, wo sich 2011 vor der New Yorker Börse wochenlang viele Menschen versammelt haben, gecampt, miteinander geredet und gegen die Finanzpolitik protestiert haben.

 

Das haben wir uns zum Vorbild genommen und ein Bündnis gegründet - die Geburtsstunde von blockupy. Das Bündnis besteht unter anderem aus attac, der Partei die Linke, der griechische Linkspartei Syriza, der Gewerkschaft verdi, der interventionistischen Linken, Antifa Frankfurt und natürlich viiele viele andere.

 

Die Bewegung hat Frankfurt am Main in den Fokus genommen, der europäischen Bankenstadt, auch Zuhause der europäischen Zentralbank (EZB).

Der hauptsächliche Widerstand, der sich in den blockupy-Reihen formiert, richtet sich gegen die Krisenpolitik der EZB, die Sparpolitik, die dazu führt, dass Existenzen vernichtet wurden, und ganze Staaten in die Pleite getrieben wurden.

Menschen in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien -es werden immer mehr!- haben schon längst erkannt, das Sparen bei den Armen nichts bringt.

Nicht beim Bildungssystem, in Krankenhäusern, im öffentlichen Dienst muss gespart werden - sondern bei denen, die seit Jahren Milliarden auf Finanzmärkten verzockt und uns weismachen wollen, dass das alles unsere Schulden sind.

Die Menschen, das kleine 1% der Bevölkerung, das die Hälfte des Geldes weltweit besitzt dominiert den Palaneten, 99% Porzent teilen sich die andere Hälfte.

 

Das alles wollen wir nicht mehr mit uns machen lassen. Wir wollen ein klares NEIN sagen gegen die EZB, die Troika, die internationalen Finanzmärkte.

Und wir wollen unsere Solidarität mit denjenigen Menschen ausdrücken, die bisher unter dem Kapitalismus gelitten haben.


                                        Erlebnisbericht (2015)

Mein erstes blockupy war 2012. Das Jahr, in dem fast alle Protesttage verboten wurden, es könne ja Krawall geben.

Doch wir haben uns von Verboten nicht den Spaß verderben lassen, vor allem nicht die Drang, unseren Unmut auszudrücken.

Grundgesetze, die wir verteilt haben, mit dem Verweis "Artikel 8 (Versammlungsrecht) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln (...)" wurden von der Polizei einkassiert.

 

2013 - eine (nachträglich nachgewiesen!) verfassungswidrige Kesselung von knapp 1 000 friedlich und mit Sonnenbrillen bewaffneten Demonstranten durch die Polizei, es wird stark vermutet, dass das vorsätzlich geplant war, so schnell habe ich noch niemanden ein Dixi-Klo auftreiben sehen.

 

blockupy 2015 - brennende Barrikaden und Autos, verletzte Polizisten, Gewalt, krawallmachende Autonome . . .  die Liste der Vorwürfe des blockupy-Bündnisses in diesem Jahr ist lang.

Zum einen stürtzen sich die Massenmedien auf die Bilder der brennenden Polizeiautos, zum anderen redet die Polizei von extremen Ausschreitungen, mit der man schon gerechnet habe.

Ach. -Und mit 10 000 Polizisten, 100 Kilometer Nato-Draht und allen zur Verfügung stehenden Wasserwerfern nicht wirklich zur Deeskalation beigetragen!

 

Es musste so etwas passieren, es musste zu Ausschreitungen kommen, sonst hätte sich die Staatsgewalt vollends blamiert, wenn man eingestehen müsste, das die Vorsichtsmaßnahmen zu teuer und eigentlich völlig umsonst waren, man hätte die Botschaft der über 20 000 Menschen zulassen müssen.

 

Natürlich lehne ich jede Form der Gewalt, bei der vielleicht Menschen verletzt werden könnten ab! Dass Brandsätze auf vollbesetze Polizeiwagen geschmissen werden, finde ich schrecklich!

Doch die Wut der Demonstranten finde ich mehr als verständlich.

Viele Menschen sind aus Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien angereist, um ihrer Wut mal Luft zu machen, gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten zu tanzen, singen und auf die Straße zu gehen.

Auf was treffen sie? - Den größen Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt Frankfurt!

 

"Es gab Ausschreitungen die Verurteilt wurden, aber warum brauchen wir Distanzierungen? Vielleicht, weil sie Mode sind? Vielleicht müssen wir uns auch von unserer Regierung distanzieren?! Mal versuchen: Hiermit distanziere ich mich als Staatsbürger Deutschlands von der Politik Merkels(...), die zu tausenden toten Flüchtlingen im Mittelmeer führt, zur Massenverarmung, Polizeistaatsstrukturen, (...) medizinischer Unterversorgung, erhöhter Selbstmordrate, 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, der Politik, die eine Generation in Europa schafft, die nur Perspektivlosigkeit kennt." (Daniel Kerekes, Die Freiheitsliebe)

 

Zu guter Letzt noch eine gewagte und nicht bewiesene (!) These, bzw. Vermutung:

Jeder kann sich eine schwarze Jacke mit einem roten A anziehen und Steine und Brandsätze werden, JEDER. -auch Polizisten.


             ~Annika